Tausende hochmoderne Traktoren blockieren die Straßen. Warum?
Die „bitterarmen“ Bauern Deutschlands sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, weil sie den Diesel zum vollen Preis und KFZ-Steuern wie jeder andere auch bezahlen sollen. Dieses „Opfer“ für das Finanzloch der Bundesregierung macht gerade 2,7 % des finalen Betriebsgewinns aus, der zu 32% aus geschenkten EU-Subventionen besteht.
8,81 Milliarden €uro der BRD und EU fließen pro Jahr in die Landwirtschaft.
Bei 16,6 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Deutschland sind es 530 € pro Hektar, wenn man alle administrativen Kosten und direkten Zahlungen zusammenzählt.
In Mecklenburg hat ein Durchschnittsbetrieb 280 Hektar. Viele haben weniger, einige haben mehr.
Nimmt man zu verständlichen Berechnung einen 1.000 Hektar-Betrieb aus der Gegend, so bekommt dieser 290.000 € EU-Direktsubventionen plus „Dit und Dat“ für Stilllegung, Wasser- Arten- und Landschaftsschutz.
Er hätte daneben einen durch-schnittlichen
Ertrag von ~ 650.000 €, also insgesamt eine
knappe Millionen Einnahmen im Jahr.
Die
Kosten für Diesel liegen bei 188.100 €, berechnet man 110 Litern/ha pro Jahr.
Davon werden 28.600 € (15%) vom Bund zurück erstattet .
Weitere Kosten sind 250.000 € für Saat und Glyphosat, 100.000 € Fremdarbeit, 150.000 € für Versicherungen und Gebühren und – wenn der Bauer schlau ist - Abschreibung des geleasten Fuhrparks inklusive der Dienstwagen (~100.000 € p.a.).
Es bleiben ein Jahresgewinn von 180.000 €.
Legt man einen Steuersatz von 20 % zugrunde, so zahlt er
36.000 € Steuern und Abgaben, wenn er dieses durch Bauernschläue und geschickte
Investitionen in die Zukunft nicht vermeiden kann.
Es bleiben ihm immerhin ein Nettolohn von 144.000 € p.a. bzw.
12.000 € im Monat. Das reicht für ein fettes Steak, einige Hektar Neuland und ein paar Groschen Rücklage fürs Alter.
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Dagegen steht der Langzeitarbeitslose, der dem Staat und dem Steuerzahler insges. 2.100 € im Monat kostet.1
Unserer Beispielrechnung entsprechend kostet uns der Landwirt so viel wie 5,7 Burgergeldempfänger.
„Dafür produziert er aber das Essen für viele hundert Personen“ könnte der Industrie-Landwirt einwenden.
STIMMT !
Es stimmt aber auch, dass
A) wegen ihm viele andere Landwirte nicht existieren können und
B) tausende von Tonnen Pestizide die Äcker verseuchen und unsere Umwelt zerstören.
C)die Bauern in Ägypten oder Kenia, in Indien oder Indonesien diese Subventionen nicht bekommen!
Sie können darum im globalen „Wettbewerb“ nicht mithalten.
Die Bäcker dieser Welt importieren lieber den subventionierten und billigeren Weizen der EU oder der USA...
Ein Wort zur UKRAINE:
Diese möchte-gern-„Kornkammer der EU“ hat 6 Millionen Hektar Ackerland. Das ist 2,5 mal so viel Nutzfläche wie in Deutschland. Falls wir uns das Land erfolgreich einverleiben – was schon früher nicht geklappt hatte - müsste nach heutigem Recht die EU 3,2 Mrd. (3.200.000.000) € jährlich an direkten Agrarsubventionen zahlen2… und zwar von uns, die wir noch nicht so ausgeblutet sind wie das kriegsgeschundene Land.
Die zukünftige, billige Konkurrenz - des dort subventionierten Getreides - dürfte den hiesigen Bauern schwer zu schaffen machen – es sei denn, unsere Großbauern übernehmen die dortige Landwirtschaft.
Die Kriegs-Darlehen und die Hoffnung auf
„Lebensraum im Osten“ begünstigen dieses Ansinnen...
das nicht erst seit 30 Jahren das Begehren des „freien Westens“ ist.
Die jetzt fälligen – und wieder erlassenen - KFZ-Steuern und die Dieselsubventionen sind ein Klacks gegen das, was uns noch blüht – in diesen, unseren (ver-) blühenden Landschaften.
Man sagt, bei den Landwirten werden den Babys schon in der Wiege Ziegelsteine auf die Brust gelegt ... damit sie das Stöhnen lernen!
Man sagt, die Bauernproteste werden von „rechten Kräften“ unterwandert!
Wie bitte soll denn das funktionieren? Das geht doch gar nicht !...
Es sollte ein ehrlicher, marktwirtschaftlicher Wettbewerb stattfinden.
So wie „anno dunnemals“ sollte jedem Landwirt „Eine Hufe“ zustehen – nämlich so viel, wie er allein im Jahr bewirtschaften kann - z.B. 120 Hektar.
Es sollte keine „Großgrundbesitz“ geben und keine „Junker“, die vom Staat gepampert werden.
Wenn wir es mit dem globalen, fairen Handel ernst meinen, dann sollten wir als Verbraucher den wahren Wert der Lebensmittel bezahlen und nicht das subventionierte, undurchsichtige System der Agrarförderung akzeptieren.
Wer Ohren hat – der höre
Wer Augen hat – der sehe
Wer Google hat – der google.
1Wer Google hat, der google !
2 Bei einem EU-Beitritt der Ukraine würden einer Studie zufolge die Subvention … rund 130 bis 190 Milliarden Euro ...
In ihren Berechnungen gehen sie [die Wissenschaftler] von 70 bis 90 Milliarden Euro Agrarsubventionen für die Ukraine aus... Mit diesen Mitteln soll strukturschwachen Regionen beim Wachstum geholfen werden, um wirtschaftliche und soziale Unterschiede in den europäischen Regionen auszugleichen.
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